|
©Copyright by bossjo.com Bitte verlinken! Verlinkung dieser Seite ausdrücklich erwünscht nach Einverständnis des Herrausgebers (Kontakt: ) aber bitte nicht kopieren! Dieser Text ist Copyright-geschützt.
All die armen Schweine, die wie ich ihre Wäsche selbst waschen, kennen die Problematik nur allzu gut. Nach jeder Wäsche geht mindestens eine Socke flöten, der Stapel mit den einzelnen Socken wird immer größer und niemand weiß wo die dazugehörige Partnersocke geblieben ist. Ich versuche seit Jahren der Ursache auf den Grund zu gehen und die vermissten Socken aufzuspüren. Nun gibt es eine weltweite Studie, die in Zukunft das Leiden der übrig gebliebenen Socken verringern soll. Ich will euch einige wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen weitergeben.
Es fing alles ganz harmlos an. Ich habe mit 19 Jahren meinen eigenen Haushalt gegründet und war nun gezwungen auch meine Wäsche selbst zu waschen. Da ich versuche ordentlich zu sein, hänge ich meine Socken immer paarweise auf die Leine zum trocknen. Das erleichtert schließlich nachher das Zusammenlegen. Das ging auch eine Weile gut, bis eines Tages auf der Leine der rechte Platz neben meiner Lieblingssocke leer blieb. Damals war die Situation noch nicht problematisch. Ich ging noch mal zur Waschmaschine, dann zum benachbarten Trockner und anschließend suchte ich den Weg von der Waschmaschine zum Wäscheständer ab um die verschollene Socke zu finden. Leider war sie nicht aufzufinden und ich versteckte mich hinter der Hoffnung, die Socke bei der nächsten Wäsche dabei zu haben. Vielleicht hatte sie sich ja noch im Wäschekorb zwischen den anderen Kleidungsstücken versteckt, aus Angst vor der nassen, anstrengenden Reinigungsprozedur. Nach dem Trocknen lege ich die einzelnen Socken trotzdem in die Sockenschublade, zu den anderen einsamen Socken, in der Hoffnung sie nach der nächsten Wäsche wieder vereinen zu können. Leider kommt es immer seltener vor und mittlerweile nach 10 Jahren stapeln sich mehr als 831 einzelne Socken (letzte Zählung Januar 2005) in meinem Schrank, die schon eine eigene Schublade belagern. Nun denkt jeder: “Warum hebt der Typ solange die einzelnen Socken auf? Eigentlich müsste er doch festgestellt haben, dass nicht alle Socken wieder zurück kommen!” Über die Jahre gab es immer mal wieder erfolgreiche Vereinigungen zwischen verwaisten oder längst totgeglaubten Socken. Die Aufbewahrung erfolgt aufgrund der wiederkehrenden Sockenvereinigungen sowie eines unglaublichen Erfolgserlebnis, welches mir 1998 widerfuhr.
Ich lebte in einem Haushalt, in dem auch ein kleiner weißer drahtiger Pudel wohnte. Heute weiß ich, es gibt nicht nur Menschen, sondern auch Hunde die Socken- und Strumpffetischisten sind. Ich wunderte mich schon all die Jahre, warum er so gerne an meinen Füßen roch und mir abends beim Ausziehen meiner Socken half. Ich schöpfte aber lange keinen Verdacht. Eines Abends, nach einer feuchtfröhlichen Feier, zog ich mich aus und legte meine Klamotten, inklusive meiner Socken, wie üblich auf meinen Sessel. Nach dem Zähneputzen sah ich, wie der Hund sich mit meiner frisch tanz-durchnäßten und wohlriechenden Socke vergnügte. Aus Angst davor, dass er meinen “Single-Socken-Bestand” vergrößern könnte, versuchte ich ihm die Socke wieder abzuluchsen, hatte aber keine Chance gegen den nüchternen Hund. Er rannte mit der Socke durchs ganze Haus und hatte richtig Spaß dabei, mich auf trapp zu halten. Nach 10 Minuten hatte ich die Schnauze voll und versuchte dem Hund zu verstehen zu geben, dass mir in diesem Moment die Socke scheißegal war und ich eigentlich nur ins Bett wollte. Ich wendete mich von dem Hund ab und ließ ihn glauben, ich hätte die Socke aufgegeben. Aber irgend etwas in mir gab mir das Signal den Beobachterposten einzunehmen. Ich tat also so, als ob ich aufgegeben hätte und ging zurück ins Wohnzimmer, wo das Spielchen begann. Der kleine Racker blieb im Keller. Ich schloss geräuschvoll die Tür und wartete 2 Minuten. Dann schlich ich mich wieder Richtung Keller und erwischte den Sockenfetischisten in einer mir unbekannten Ecke. Könnten Hunde rot werden, dieser weiße Pudel hätte einen ganzen Stadtteil erleuchten können. Er verschwand blitzschnell aus diese Ecke und ich untersuchte sein geheimes Reich. Es war wie Weihnachten. Plötzlich lachten mich 6 meiner ewig verschollenen Socken an! Könnten Socken sprechen, sie hätten um Hilfe und Befreiung gebettelt. Ich hatte den Kampf gewonnen und ging, mit vor Stolz geschwollener Brust, ins Bett. Der Hund erkannte also meine geistige Überlegenheit und versuchte nie wieder (in meiner Gegenwart) eine Socke zu entwenden.
Nun kam es wesentlich seltener vor, dass ich nach der Wäsche verwaiste Socken hatte, aber es kam eben vereinzelt doch noch vor. Mittlerweile hatte ich Vertrauen zum vierbeinigen Mitbewohner, aber untersuchte immer noch regelmäßig das mir bekannte Versteck. Dieses blieb jedoch seit diesem Abend sockenfrei. Es gab also noch andere Ursachen für das mysteriöse Verschwinden von Socken.
Ich glaube es gibt eine Sockenmafia!
An den Quark: Socken verstecken sich in Bett- bzw. Kopfkissenbezügen oder bleiben in der Wäschetrommel zurück, glaube ich schon lange nicht mehr. Ich knöpfe mittlerweile immer meine Bettwäsche zu, bevor ich sie in die Wäsche gebe und kontrolliere die Wäschetrommel akribisch.
Man kann sagen, dass ich aufgegeben habe die Ursache zu suchen. Nun kaufe ich nur noch mehrere Socken-Paare, um bei Verlust irgendwann mal wieder das ein oder andere Paar vervollständigen zu können. Meine Oma strickt mir auch regelmäßig neue Paare.
Heute rede ich mit meinen Socken, bevor sie in den dunklen Wäschekorb kommen und bedanke mich für die Strapazen, die sie durch mich ertragen mussten, aber ausgehalten haben. Ich schneide mir auch regelmäßiger meine Zehnägel um ihnen nicht so weh zu tun. Leider hilft das auch nicht. Es verschwinden immer noch Socken. Durch meine Vorsorgemaßnahmen sind es aber weniger geworden.
LIEBLINGS-SOCKEN VERSCHWINDEN TROTZDEM!
Gib Dir keine Mühe! Gegen die Socken-Mafia hast auch Du keine Chance. Erzählt hier auf bOSsJo.com Eure Storry oder regt eine Socken-Selbsthilfegruppe an.
Kontakt unter:
|